Was haben Ted Williams und Albert Einstein gemein?

Der eine ein genialer Sportler aus Kalifornien, der andere ein Physikgenie aus Ulm. Auf den ersten Blick hat das Leben des Ted Williams überhaupt keine Überschneidungen mit dem des Albert Einstein. Doch nach ihrem Tod ereilte beide ein verblüffend ähnliches Schicksal.

Nichts lag dem großen Wissenschaftler Albert Einstein ferner als Sport und Spiele. So meinte er einmal zu Moe Berg, einem Baseballprofi der Boston Red Sox, der im Zweiten Weltkrieg das Atomprogramm der Deutschen ausspionieren sollte:

„Sie werden die Relativität schneller kapieren als ich Baseball.“

Nach Einsteins Tod im Jahre 1955 entnahm der Pathologe Thomas Harvey das Gehirn des Genius (hier als Comic dargestellt). Wahrscheinlich um herauszufinden, ob Baseball tatsächlich nicht mehr in Einsteins Schädel gepasst hätte. Jedenfalls handelte Dr. Harvey damit gegen den ausdrücklichen letzten Willen von Einstein, welcher mit dem posthumen Interesse an seinen grauen Zellen wohl schon gerechnet hatte. Wikipedia beschreibt den Verlauf der Geschicht wie folgt:

„Gegen den Willen Albert Einsteins, der an seinem Todestag sofort verbrannt werden und seine Asche an einem unbekannten Ort verstreut wissen wollte, entnahm Harvey in Anwesenheit von Einsteins Freund Otto Nathan im Princeton Hospital in New Jersey das Gehirn und die Augen von Einstein. Damit jedoch geriet sein eigenes Leben aus den Fugen. Er verlor seine Approbation und schlug sich als Fabrikarbeiter durch. Harvey zog von einem Ort zum anderen, immer mit dem Gehirn Albert Einsteins im Gepäck, und landete in Wichita, wo er 1978 von Steven Levy aufgesucht wurde, der das Verbleiben des Gehirns in Erfahrung bringen wollte. Erst 40 Jahre nachdem er das Gehirn gestohlen hatte, entschloss er sich, es an den Tatort zurückzubringen, wo er es einst entnommen hatte. Das Organ lagerte in zwei Einweckgläsern, so, wie Harvey das sezierte und in Kuben geschnittene Gehirn damals konservierte. Harvey stellte das Gehirn verschiedenen Wissenschaftlern zur Untersuchung zur Verfügung und beschloss 1997, es Einsteins Enkelin zu übergeben, die aber ablehnte. Begleitet wurde er dabei von dem Reporter Michael Paterniti, der darüber ein Buch schrieb. Der größte Teil des Gehirns befindet sich heute konserviert im National Museum of Health and Medicine in Chicago, die Augen in New York City.“  [LINK]

Und genau hier trifft das Schicksal des 1955 verstorbenen Naturwissenschaftlers auf das der amerikanischen Sportsikone Ted Williams. Auch er sollte nach seinem Tod im Jahre 2002 auf besondere Weise Unsterblichkeit erlangen: Er ließ sich einfrieren. Doch ein schwelender Familienzwist im Hause Williams legt bis heute nahe, dass es sich dabei nicht um den wahren letzten Willen des „California Boy“ handelte. Stattdessen wollte ein Angehöriger eigenmächtig ein letztes Quantum Genialität konservieren und bewahren. Die komplette Story erzählt diese 15-minütige Doku:

ESPN 30 For 30 Shorts: An Immortal Man von Rosa-Hastings

Wer weiß: Vielleicht werden wir also die Wiederauferstehung bzw. Auftauung von Ted Williams noch erleben – evtl. greifen die Boston Red Sox ja schon bei der nächsten World Series auf ihn als Wunderwaffe zurück?
Das jedenfalls wird mit Einsteins gewürfeltem Gehirn nicht mehr möglich sein…


Weitere Momente auf Inside Corner, mit denen Ted Williams unsterblich wurde:
Hatshot und Inside was?

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